Enttäuschte Oberstdorfer – Nordische Ski-WM 2019 geht an Seefeld

Der Deutsche Skiverband und die Gemeinde Oberstdorf sind auch im vierten Anlauf mit ihrer Bewerbung für eine Nordische Ski-Weltmeisterschaft gescheitert. Beim FIS-Kongress im spanischen Barcelona erteilte das Council dem Mitbewerber Seefeld (AUT) den Zuschlag für die Ausrichtung der Titelkämpfe. Für die FIS Skiflug-Weltmeisterschaften 2018 bekamen die Allgäuer ohne weitere Gegenkandidaten das turnusgemäße Mandat.

„Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß“, erklärte DSV-Präsident Dr. Franz Steinle. „Unser Bewerbungskonzept wurde von allen Seiten hoch gelobt. Und speziell in den vergangenen Jahren hat Oberstdorf seinen internationalen Ruf als hervorragender Ausrichter von Skisportveranstaltungen weiter festigen können. Umso schwerer ist für uns alle, die Entscheidung des FIS-Councils zu verstehen. Wir werden uns nun zeitnah mit den Verantwortlichen in Oberstdorf zusammensetzen und gemeinsam analysieren, welche Rückschlüsse und Konsequenzen aus dem erneuten Scheitern zu ziehen sind.“

In seiner Abschlusspräsentation hatte die deutsche Delegation vor dem 17-köpfigen FIS-Council, dem auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann angehört, noch einmal auf sympathische und humorvolle Weise die Werbetrommel für Oberstdorf gerührt. In Anlehnung an ein bekanntes Quizformat beantwortete Tobias Angerer als Kandidat einige Fragen rund um die WM-Bewerbung von Oberstdorf. Erst vor der alles entscheidenden Frage nach dem nächsten Ausrichter 2019 zog der ehemalige Weltklasselangläufer mit einem Augenzwinkern den „Council-Joker“. Doch vergeblich. Die FIS-Vertreter erteilten dem DSV und der Marktgemeinde, die zuletzt im Jahr 2005 eine Nordische Ski-Weltmeisterschaft ausgerichtet hatte, die vierte Absage in Folge.

Bürgermeister Laurent Mies zeigte sich entsprechend enttäuscht: „Das ist eine Entscheidung, die für uns nicht nachvollziehbar ist. Mir tun vor allem die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leid, die jeden Winter ihren Beitrag leisten, dass in Oberstdorf hochklassige Ski-Wettbewerbe stattfinden können. Eine Neuauflage des Wintermärchens 2005 wäre für die vielen Freiwilligen eine verdiente Form der Wertschätzung und Auszeichnung gewesen. Jetzt müssen wir erst einmal ein wenig Abstand gewinnen und dann zusammen mit dem DSV entscheiden, wie wir weiter vorgehen.“

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